Für Schriftsteller

Wie kommt man ins Schreiben?

Wie kommt man ins Schreiben?

Endlich ist es soweit, ich habe es vor meinen Computer geschafft und bin bereit, mein tägliches Schreibziel von 1000 Wörtern anzugehen. Mein Schreibprogramm lädt und öffnet sich mit einer mehr oder weniger gut geschriebenen Szene, meinem Arbeitsstand, alles steht bereit. Sogar ich. Ich warte nämlich andächtig, dass meine Finger anfangen, Worte zu tippen. Aber oft genug warte ich umsonst, anstatt zu schreiben, beginne ich, die Geschichte zu lesen und zu korrigieren. Am Ende habe ich dann weniger Worte, als am Anfang. Blöd. Oder ich lasse mich von Tagträumen und Ratlosigkeit ablenken und schließe das Programm unverrichteter Dinge wieder. Doppelt blöd, denn die eigentliche Kunst beim Schreiben ist es, tatsächlich etwas zu schreiben.

Wie schaffe ich es jetzt, den Faden von vielleicht gestern oder von vor drei Monaten wiederaufzunehmen und die Geschichte auf das digitale Papier zu bannen?

Erlaube Dir schlecht zu schreiben!

Es gibt bestimmte Faktoren, die es mir erleichtern ins Schreiben zu kommen. Zuerst einmal meine Einstellung zu meiner Schreibe. Ich muss mir im Klaren darüber sein, dass ich an einem Entwurf arbeite und ein Entwurf niemals das perfekte Produkt sein wird. Es ist in Ordnung schlecht zu schreiben. Wenn Du möchtest, erteile Dir hier sofort den Freibrief zum Schreiben.

Stelle Dir die richtigen Fragen!

Im Grunde ist es nicht wichtig herauszufinden, was Dich am Schreiben hindert, sondern viel mehr, was Dir hilft ins Schreiben zu kommen.

Frage Dich: Wann fällt es mir leicht zu schreiben? Ich kann für mich antworten. Ich komme immer leicht ins Schreiben, wenn ich die Abfolge der Szene bereits in meinem Kopf sehe oder die Stimmung der Figuren fühle. Oft habe ich auch Dialogfetzen, mit denen ich anfangen kann. Das Drumherum baue ich dann nach. (Siehe den Punkt oben, ein Entwurf kann nicht grob genug sein, das gilt auch für seine Entstehung :))

Wie kommt man auf Knopfdruck in die gewünschte Stimmung? Mir hilft Musik. Es gibt bestimmte Lieder, die mich immer wieder in die Szene bringen und die mich zu Stimmungen, sogar Aussagen in der Szene motivieren.

Finde die richtigen Worte!

Damit mir nicht die Worte fehlen, hilft es auch, Stift und Papier zur Hand zu nehmen und für 15 Minuten ein kurzes Brainstorming durchzuführen. Dies versorgt mich mit genügend Vokabeln, die ich verwenden kann.

Beginne mit dem was Du hast!

Oft hilft es auch, in die Szene einzusteigen, wenn ich mir Gedanken um das Szenario mache und mit der Beschreibung des Handlungsortes beginne. Auch hier ist ein Brainstorming für Vokabeln sehr hilfreich. Eventuell habe ich auch ein Bild vor Augen oder auf Pinterest, aus dem ich meine Szenerie ableiten kann.

(Für alle, denen Pinterest kein Begriff ist, Pinterest ist ein soziales Netzwerk, in dem Nutzer Bilderkollektionen mit Beschreibungen an virtuelle Pinnwände heften können. Ich nutze Pinterest, für Charakter- oder Schauplatzinspirationen. Hier als Beispiel ein Story Board einer Steam Punk Geschichte.)

Oder ich schreibe den Dialogfetzen auf, der mir im Kopf herumspukt und füge danach die Mimik und Bewegungen der Figuren hinzu, daraus leite ich dann die Beschaffenheit des Raumes ab, in dem sie sich bewegen.

Zwing Dich!

Ich weiß, es wird nicht gern gehört, aber manchmal muss ich mich einfach zwingen loszuschreiben. Dann schreibe ich das Erste, das mir durch den Kopf geht auf das Papier und komme irgendwann in den Schreibfluss. Ich behalte immer im Hinterkopf, dass ich das Geschriebene wieder verändern und löschen kann.

Motivier Dich!

Seit ein paar Wochen schreibe ich mit der Pomodoro Technik. Ich empfinde sie als sehr hilfreich, denn 25 Minuten sind nicht lang und am Ende habe ich einen Erfolg zu verzeichnen. Wer die Technik noch nicht kennt, sie funktioniert folgendermaßen: Ich stelle den Timer meines Handys auf 25 Minuten und schreibe los. Nach den 25 Minuten mache ich eine kurze Pause, brühe mir frischen Tee auf und vertrete mir die Füße (Belohnung), dann stelle ich den Timer erneut. Es gibt auch Apps, die dieses Vorgehen noch durch weitere Motivation verstärken, indem sie dem Benutzer die Möglichkeit geben, Belohnungen anzugeben, die er sich zuteilen kann, aber auch das Eintragen der Anzahl der Worte, die man in den 25 Minuten geschrieben hat, gibt mir das Gefühl tatsächlich etwas geschafft zu haben. Bei einem Projekt von geschätzten 90.000 Worten, kann einem dieses Gefühl dann doch schnell verloren gehen. Ich benutze Writeometer.

Wie motivierst Du Dich zum Schreiben? Weißt Du, wann es für Dich am besten funktioniert? Benutzt Du eine App, die Dir hilft?

Wie immer hoffe ich, ich konnte Dir Werkzeug an die Hand geben, um deine Texte bewusst zu gestalten. Ich freue mich, von Dir zu lesen!
Ella

Verliebe Dich in den Prozess, nicht in das Ergebnis!

Photo by Brandi Redd on Unsplash

 

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